In der Geduldschule.

Ich bin 10 Monate und 30 Tage alt.


Mama sagt, sie geht bei mir in die Geduldschule und sie sei froh, dass sie mich erst so spät gekriegt hätte, denn vor 10 Jahren oder so, da hätte sie alles hingeschmissen in der Geduldschule. Jetzt hält sie das aus – so mittelmäßig – wenn ich sie in die Geduldschule schicke.

Ich mache das übrigens überaus unabsichtlich. Aber manches Mal, da brauche ich zum Beispiel in der Früh eine halbe Stunde, um meinen Haferbrei zu essen. Denn manches Mal, da gibt es in der Früh so viel zu sehen! Da steht der Lachbecher am Tisch – der lacht, sobald man ihn aufhebt. Oder es liegt die Fernbedienung vom Radio rum, da muss ich sofort drauf rumdrücken, denn manchmal passiert es, dass etwas passiert, wenn ich drauf rumdrücke: Die Musik ist aus oder anders oder lauter.
Oder aber ich muss Mama eben alles zeigen, was ich sehe. Das kann ich jetzt nämlich schon, mit meinem Zeigefinger. Da zeige ich zum Ball im Wohnzimmer und sage „Pa!“ oder auf das Foto von Mama, Papa und mir an der Wand und juchze „Papapa!“ oder auch zum Fenster, weil draußen ein Hund bellt und erkläre „Papa!“
– Ja, an meiner Ausdrucksweise muss ich noch arbeiten, ich weiß.

So oder so sehe ich nicht das Problem, eine halbe Stunde für die Bewältigung des Haferbreis zu brauchen. Was tut Mama denn, wenn wir schneller fertig sind? Dasselbe: Mir das Gesicht waschen, mich aus dem Pyjama schälen, Windel wechseln und in Body und Strumpfhose stopfen. Also darauf warte ich gerne auch länger. Von mir aus auch den ganzen Tag. Vielleicht schaff ich ihn ja morgen in einer Dreiviertelstunde! Man darf sich seine Ziele nie zu niedrig setzen.

 

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Alles muss raus.

Ich bin 10 Monate und 27 Tage alt.


Die Spannleintücher, das Bettzeug, der kleine Polster und die kleine Decke – alles muss aus der Kommode raus. Und wenn ich mich kurz mit etwas anderem beschäftige und Mama wieder alles reinräumt in die Kommode, dann räume ich gerne noch mal alles raus.

Es ist oft gar nicht so leicht, alles rauszuräumen. Ich mache die unterste Lade auf und dann die mittlere und dann passt meine Hand nicht mehr in die unterste Lade, um alles rauszuräumen. Mama sagt, dass ist eine schlechte Taktik. Versteh ich nicht. Also mache ich die oberste Lade auf und räume erstmal die aus. Ich nehme jedes einzelne Spannleintuch, schüttele es gut aus und werfe es dann auf den Boden. Manchmal muss ich es dann noch einmal ausschütteln. Dann probiere ich wieder, ob der Spalt zwischen unterster und mittlerer Lade inzwischen groß genug ist, damit meine Hand durchpasst. Aber nein, ist er nicht. Dann zeigt mir Mama, dass ich die unterste Lade noch etwas rausschieben kann, die Hand passt durch! Und dann steht auch hier dem Ausräumen nichts mehr im Wege. Schön ist das, auch noch beim 2., 3. und 4. Mal. Ich würde ja noch öfter, aber Mama sagt dann oft, dass es jetzt genug ist. Warum weiß ich nicht und wenn ich sie mich hoch nimmt auf ihren Arm und wir das Zimmer mit der Kommode zum Ausräumen verlassen, dann kann ich auch nicht mehr rausfinden, warum.

 

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Das Christkind kommt!

Ich bin 10 Monate und 24 Tage alt.


Mama erzählt mir das schon den ganzen Tag: Heute kommt das Christkind! Ja soll es doch, ich bin noch mit jedem Besuch fertig geworden.

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In Love with Birnenmus.

Ich bin 10 Monate und 22 Tage alt.


Gibt es etwas Besseres auf der Welt als Birnenmus? Ich bezweifle es. Selbst wenn ich meine Ich-esse-meine-Suppe-nicht-und-sonst-auch-nicht-viel-Tage habe – Birnenmus geht immer. Da reiße ich dann meinen Mund auf, damit die Mama selbigen auch ja nicht verfehlt. Sie sagt dann, ich sähe aus wie eine junge Schwalbe, die ihr Schnäbelchen Mamas Wurm entgegenreckt. Ich verstehe das nicht, weiß also nicht, ob das gut oder schlecht ist – sein tut es mir jedenfalls egal, denn ich will Birnenmus. Gerne auch mehr als ein Schüsserl.

Wenn die Schüssel Birnenmus leer ist, kann ich es nie glauben und muss selber genau schauen, ob die Schüssel auch wirklich leer ist.

Wenn die Schüssel Birnenmus leer ist, kann ich es nie glauben und muss selber noch Mal schauen, ob denn die Schüssel auch wirklich leer ist.

Vor allem muss ich dann schauen, ob nicht noch ein total volles Glaserl Birnenmus am Kühlschrank steht. Wenn ich nicht raufsehe, deute ich Mama immer mit der Hand, dass doch bitte sie mal raufschauen soll, ob denn da nicht noch ein Glaserl für mich wäre. Das mache ich auch, wenn ich etwa zu Mittag etwas serviert bekomme, was ich nicht so goutiere. Denn warum sollte man etwas essen, was einem nicht richtig schmeckt, wenn es auf der Welt doch Birnenmus gibt?

 

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Hoch das Bein!

Ich bin 10 Monate und 19 Tage alt.


Momentan möchte ich überall hoch: Die Stufen, die Sessel, die Couch, das Bett, das Sofa und überhaupt eben überall. Nur das Möchten alleine reicht meist nicht. Da stehe ich zum Beispiel an der Couch, verlagere mein Gewicht aufs linke Bein und strecke das rechte im fast rechten Winkel von mir und versuche, es auf die Couch zu hieven. Geht aber nicht. Das Bein ist zu niedrig oder die Couch zu hoch oder beides, was egal ist, weil ich nicht glauben kann, dass es nicht geht. So stehe ich also und zappele mit dem rechten Bein und versuche es nach oben zu kriegen, aber es geht und geht sich nicht aus. Das rechte Bein schwebt in der Luft, sucht immer wieder Halt, findet keinen und strampelt und hampelt so sehr rum, dass die Luft fast zu wirbeln anfängt und – naja, was soll ich sagen: Das Bein ist zu niedrig oder die Couch zu hoch. Und was macht meine Mutter? Die steht hinter mir, beobachtet mich und kekst sich weg. Nicht, dass sie mir hilft, die gute Frau! Nix da!

Ok, tut sie dann schon immer. Aber bevor sie ihre Hand unter meinen rechten Fuß legt und so eine Stufe für mich bastelt, damit ich nach oben komme, davor, da lacht sie – aus ganzem Herzen und etwas unverschämt. Ich weiß nicht, was daran lustig sein soll!

Lustig ist doch viel mehr, dass das Klettern bei den 15 Stufen ins Obergeschoß total gut geht. Da bin ich oben wie nix, alle 15 in unter 5 Minuten. Da lacht sie aber nicht, die Frau Mama. Nicht mal nur mit dem Mund, also tonlos. Letztens hab ich extra geschaut. Hab ich mich auf einer Stufe zu ihr umgedreht – weil sie verfolgt mich auf den Stufen ja immer. Na jedenfalls: kein Lacher weit und breit. Nur dass ich bitteschön nach vorne schauen soll, wenn ich die Stufen raufklettere, erklärt sie mir dann. Ja, na gut, mach ich. Mit Geradeaus-Blick bin ich auch schneller oben und oben, da lache dann nämlich ich. Weil ich finde das super und voller Freude bin – mindestens 5 Mal am Tag.

 

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Ei, ei für die Mama.

Ich bin 10 Monate und 16 Tage alt.


Jetzt hab ich mal was probiert: Statt dass ich beim Wickeln versuche, vom Wickeltisch zu springen. Oder statt dass ich alle Utensilien, die am Wickeltisch in meiner Greifweite sind, nehme und um mich werfe. Oder statt dass ich greine und weine und einfach nicht mag.

Ja, statt all dem hab ich Folgendes beim Wickeln probiert: Als Mama mit ihrem Gesicht ganz nah an meins gekommen ist, um mir ein Bussi zu geben, da hab ich ihr Gesicht einfach in meine kleinen, weichen Hände genommen. Ganz sanft. Ohne zwicken, hauen oder sonstige Liebesbeweise, die ich normalerweise gerne einsetze. Ich hab wirklich nur meine Hände an ihren Wangen gelegt – eine links, eine rechts – und sie so gehalten. So, dass ein Lufthauch zwischen ihre und meine Haut gepasst hat – aber nicht mehr. Und auch nicht weniger. Ich hab das so lange gemacht, dass Mama meine Berührung erfühlen durfte – und nicht spüren musste. Ganz zärtlich, keinerlei Anstrengungen meinerseits vonnöten. Und trotzdem hat ihr das so was von gefallen! Erst war sie ganz erstaunt, dann hat sie es sehr genossen und freudig festgestellt, wie lieb ich heute zu ihr bin. Dann ist sie skeptisch geworden. Ob ich denn etwas im Schilde führe, hat sie mich gefragt. Eigentlich nicht. Hatte ich echt nicht vor. Aber dann hat mich doch ein kleiner Furz gezwickt und hat Mama und meinen – man könnte sagen – sehr romantischen Moment beendet.

 

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Und es Bumms gemacht.

Ich bin 10 Monate und 13 Tage alt.


Wieder mal hat es das. Diesmal war es unter dem Tisch, ein Kopfbumms gegen die  Tischplatte – ich pass halt einfach stehenderweise nicht mehr drunter. Mama wird nicht müde, es mir immer und immer wieder zu bestätigen. Aber ich vergesse das halt und erinnere mich nur noch daran, dass ich mal und sehr wohl unter den Tisch gepasst habe. Papa bestätigt mir das auch – und fügt dann hinzu, dass ich akzeptieren muss, dass ich jetzt nicht mehr drunter passe und auch nie wieder werde. Diese Zeiten sind nun mal vorbei. Naja, vielleicht merk ich mir das fürs Mal, vielleicht erst fürs übernächste – zum Aufrechtstehen gehört nun mal das Anhauen und Niederfliegen. Trotz dieses Wissens tut’s weh. So was von. Zum Glück passiert aber immer genau dann etwas äußerst Interessantes, wenn ich gerade hingefallen bin. Ich bin zum Beispiel gerade voll am weinen, da rennt doch glatt draußen eine Katze vorbei, die Mama mir sofort zeigen muss! Was für ein Zufall! Oder genau im Moment nach dem Hinfallen, hat Mama das dringende Bedürfnis, unseren Lichterbaum aufzudrehen und da muss ich ihr natürlich helfen. Oder sie muss die Spirale die Treppe hinunterlaufen lassen. Das kann ich mir nicht entgehen lassen. Da zwinkere ich die Tränen weg und vergesse, dass der Schädel brummt.

Er brummt jetzt außerdem schon viel seltener. Seit meinen 1. Stehversuchen ist die Hinflugrate schon erheblich gesunken – noch nicht gegen Null aber immerhin. Damals, also vor ein paar Wochen, bin ich dauernd gefallen. Am besten dann, wenn Mama direkt neben mir saß. Wenn sie mich extra nicht aus den Augen gelassen und die Hände präventiv zum Auffangen bereithielt. Dann hab ich mir genau die Millisekunde, in der sie geblinzelt hat, ausgesucht, um hinzufallen.

Mittlerweile ist ein Schild aus Mamas Händen nicht mehr nötig und ich bin schon öfter mal alleine unterwegs im Haus. Zieh mich dort und da hoch und lasse mich dann nach einem kurzen Check der Lage wieder elegant runter auf die Knie oder falle lässig auf den Popsch. Ist ja gepolstert. Und wenn mich Mama dann mal ein paar Sekunden aus den Augen lässt, dann nutze ich das sofort aus. Und stehe zum Beispiel auf der 3. Stufe von den 15, die in den 1. Stock führen. Ui, da war sie aber erstaunt, mich dort zu finden! Wie ich denn das gemacht hätte, dass ich da rauf geklettert wäre, hat sich mich gefragt. Bin ich also noch mal vor ihren Augen hoch die Stufen. „Alter!“, hat sie dann gesagt, das weiß ich noch. Ich glaube, das ist gut. Das sagt sie oft, wenn ich sie auf irgendeine Art überrasche. Jedenfalls zeigt sie sich seit dem Stiegenvorfall noch interessierter an meinem Können. Ich werde kaum alleine gelassen. Besser gesagt – wurde. Weil ich für keine Überraschungen mehr gesorgt habe, hat ihre Aufmerksamkeit etwas nachgelassen und das hat sich ausgezahlt: Ich konnte endlich in die Lade schauen, in die ich noch nie schauen durfte. Jetzt weiß ich also auch, wie weh es tut, wenn man sich die Finger einzwickt.

 

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