Letzte Nocht, a schware Partie.

Ich bin 11 Monate und 6 Tage alt.


Mama sagt, der Titel dieses Liedes, das ich sehr gerne im Radio höre und mich zu Gehopse animiert, passt für unsere letzte Nacht. Das besungene Thema mag ein anderes sein, sagt sie, nichtsdestotrotz stimme die Überschrift. Denn „a schware Partie“ heißt – hat mir Mama erklärt – dass etwas schwer auszuhalten ist. Und schwer auszuhalten ist zum Beispiel, wenn etwas Zermürbendes stattfindet. Etwas Zermürbendes, dem man nicht entkommen kann. Naja und das trifft wirklich auf letzte Nacht zu. Zermürbend war, wie mich meine Zähne gequält haben. Nicht entkommen und schlafen konnte ich. Mama aber auch nicht. Das lag natürlich vornehmlich an meinem Geschrei, das immer gut tut, wenn es wo weh tut. Das hat mich befreit und sie munter gemacht. Und als es dann wieder halbwegs ging, da konnte sie wohl so wenig wieder einschlafen wie ich. Immer wenn ich zu Mama rübergeschaut hab, die mich mittlerweile zu sich und Papa ins Bett geholt hatte, hat Mama zurückgeschaut. Jedes Mal. Und ich habe oft geschaut. Obwohl ich noch nicht zählen kann – ich weiß, was Null ist: Gelächelt hat sie dabei null Mal. Ich frage mich, ob sie wohl auch Kieferschmerzen hatte? Weil warum soll sie sonst noch wach gewesen sein?

Ab einem gewissen Zeitpunkt war ich dann endlich schmerzfrei. Aber auch frei von Müdigkeit. Da wollte ich dann mit Mama spielen. So getan habe ich, als ob ich sie in die Nase beißen würde. Das Spiel mag sie total gern. Normalerweise. „Ist jetzt aber nicht dein Ernst.“ hat sie gestern Nacht gemeint. So hab ich mir die Zeit vertrieben, indem ich meine Hände ein bisschen hin und her geschwungen hab. Dabei hab ich immer in Papas Gesicht getroffen. Patsch, patsch, patsch, patsch – der Intervall war sicher unter einer Sekunde! Aber der Papa wollte auch nicht spielen. Der hat dann meine Hand genommen und sie gestreichelt, statt einzuklatschen. Ich glaube, ich muss meinen beiden noch beibringen, dass man die Feste feiern muss, wie sie fallen – man kann ruhig mal auch des Nachts froh und munter sein. Wenn man denn schon mal wach und das Zahnweh dann vorbei ist.

 

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