Meine ersten Sätze.

Ich bin 11 Monate und 15 Tage alt.


Zugegeben – ich bin gerade mal bei den ersten Worten. Trotzdem: Wenn ich das mal hingekriegt habe, weiß ich, dass ich daraus zuerst einen dieser Sätze bilden werde. Die höre ich nämlich ständig von Mama:

  • Warte kurz.
    Das sagt sie immer und überall. Gerade fühlt man sich pudelwohl und denkt an nichts Böses, da hört man: Warte kurz, ich muss schnell dieses und jenes erledigen. (Zum Beispiel aufs Klo gehen – den Zweck dieses Örtchens habe ich übrigens noch nicht durchschaut.) Jedenfalls entpuppt sich das Kurze meinem Gefühl nach immer als zu lange. Was vielleicht daran liegt, dass ich das Konzept des Wartens nicht verstehe.
  • Ich komme gleich.
    Irgendwie das Äquivalent zu „Warte kurz“.
    Oft kommt erst die Warte-Aufforderung. Die macht mich unzufrieden. Woraufhin ein „Ich komme gleich“ folgt, das mich über diese Unzufriedenheit hinweg trösten soll. Tut es nicht.
  • Schmeiß das jetzt nicht runter.
    Eine Bitte, die ich einfach nicht erfüllen kann. Ich höre, was Mama sagt, aber meine Hand tut nicht, was sie soll. Ich hab da anscheinend noch irgendwas nicht unter Kontrolle. Richtig fuchtig wird Mama übrigens, wenn ich Essen auf den Boden werfe. Hui!
  • Bleib sitzen bitte.
    Dieser Satz kennt drei Zeiten – morgens, mittags, abends – und eine Ort: meinen Hochstuhl. Denn in dem kann man nicht nur sitzen, man kann eben auch auf der Sitzfläche stehen. Und das ist phä-no-me-nal. Wenn ich hier stehe, kann ich meine ganze Welt sehen! Ich bin dann größer als Mama und Papa, wenn sie sitzen. Aber weder Mama noch Papa findet es gut, wenn ich mich so großartig fühle. Immer wieder platzieren sie mich auf meinen Popsch. Dabei könnte ich von hier aus die Welt erobern! Zu diesem Zwecke versuche ich dann auch noch oft, denn Tisch zu erklimmen, aber dieser Versuch wird vehementest im Keim erstickt.
  • Es ist genug jetzt.
    Puh, was denn nicht alles genug ist! Dass ich etwas wiederholt auf den Boden schmettere, dass ich Kleidung aus der Kommode ziehe, die Mama gerade eingeräumt hat, dass ich greine, dass ich beim Strumpfhosenanziehen zu viel strample, dass ich mich immer und immer wieder ans Türchen bei den Stiegen hänge, dass ich ihr vorm Einschlafen zeigen will, wie wahnsinnig gut ich prusten kann …
    Viel ist genug jetzt. Sehr viel. Da komm ich einfach nicht nach.
  • Ich hab dich lieb, mein Schatz.
    Mein Lieblingssatz. Vielleicht nehme ich den als meinen ersten. Nur bin dann halt nicht ich der Schatz sondern die Mama. Geht auch.

 

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Ein Gedanke zu „Meine ersten Sätze.

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