Beethovens 5.

Ich bin 13 Monate und 23 Tage alt.


Ich muss in letzter Zeit oft Dinge herzeigen und da ich ihre Namen nicht kenne beziehungsweise die zu viele unterschiedliche Silben haben, die ich nicht aneinanderreihen kann, sage ich DA! Manchmal sage ich auch DA!-DA!-DA! Das ist dann oft der Moment, in dem Mama auch etwas sagt. Sie sagt „Schon wieder Beethovens Fünfte, mein Schatz?“ und dann macht sie TA-TA-TA-TAAAAA! und noch einmal TA-TA-TA-TAAAA! Das alles in einem sehr schönen Rhythmus. Manchmal nimmt sie zur Unterstützung desselben auch ihre Hände und neckt mich im TA-TA-TAAAkt genau dort, wo es kitzelt. Das finde ich sehr unterhaltsam.
Obwohl ich eigentlich verärgert sein müsste, weil Mama mein DA-DA-DA völlig ignoriert und nicht sagt, was ich herzeige.
Obwohl es vielleicht auch egal ist. Denn mich beschleicht das Gefühl, sie sagt mir nicht immer die Sachen, die ich ihr zeige. Ich ziehe zum Beispiel in Zweifel, dass das steinerne Ding, das so ähnlich wie ein Katzenkopf aussieht und am Zaunpfeiler der Nachbarn steht, Postkasterl heißt. Ich finde, das passt so gar nicht. Unterstützt wird diese meine Annahme auch dadurch, dass Mama mich manchmal fragt, was ich ihr denn nun DA! zeige und sie nicht wüsste, was ich DA! meine. Also bitte! Man muss sich doch nur von meinem Zeigefinger, den ich unterstützend zu vielen DA-s ausstrecke, eine verlängerte Linie denken und schauen, wo sie endet. So schwer kann das doch nicht sein, Mama.

 

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Ein Gedanke zu „Beethovens 5.

  1. Pingback: Da!-Da!-Da!-ismus. | babystagebuch

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