Ich bin in der Arbeit.

Ich bin 17 Monate und 4 Tage alt.


Ich habe ein neues Spiel: Ich schnappe mir ein Tasche. Vorzugsweise eine aus dem Kasterl, wo nur Taschen drin sind. Das mache ich auf und hole so viele Taschen raus bis Mama sagt: „Es genügt.“ Aus der so eingeschränkten Auswahl finde ich dann trotzdem ein Sackerl, das mir zusagt und dann mache ich mich auf den Weg: Ich sage „Schü.“ zu Mama, winke ihr und verschwinde – entweder hinter den Küchenblock, gerne auch ins Vorzimmer. Ein paar Momente später bin ich wieder da, um mich erneut zu verabschieden. Das mache ich ein paar Mal und jedes einzige Mal verlangt Mama ein Bussi zum Abschied. Da kommen einige zusammen, so viel kann ich mal verraten. Was ich bis vor kurzem geheim gehalten habe, ist, wo ich hingehe. Mama fragt mich: Gehst du einkaufen? Gehst du eine Runde spazieren? Gehst du jemanden besuchen?

Ich habe mich nun entschieden, wohin mich mein Weg führt, wenn es mich mal wieder in die Küche oder ins Vorzimmer treibt. Wenn Mama mich jetzt also fragt, wo ich hingehe, sage ich: „Abeit.“

Schließlich sind dort alle, die gerade nicht da sind, habe ich das Gefühl. Papa ist in der Abeit und Oma und Opa sind zwar nicht in der Abeit, wie mir Mama erklärt, aber sie meint dann, sie erledigen vielleicht gerade eine Abeit im Garten oder Haus. Also sind sie in der Abeit. Und dort bin ich jetzt auch. Mama sagt „Na gut.“ dazu. Und ergänzt, sie bleibe derweil daheim und passe auf ihr Kind auf.

 

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