Beim Essen kommt der Gusto aufs Singen.

Ich bin 2 Jahre alt.


Wenn Mama mir Essen macht, dann koste ich das sehr gerne – so lange es noch am Küchenblock steht. Dort esse ich die Gurke, löffle die Linsensuppe direkt aus dem Topf und koste sogar mal vom Paprika.

Kommt das Menü dann auf den Tisch, finde ich es lange nicht mehr so interessant. Denn so bald ich sitze, fällt mir ein, dass ich jetzt total gerne singen möchte. Oder noch lieber und zuerst das Mahlzeiten-Sprücherl aus dem Kindergarten aufsagen will: „Wia jeichen uns die Hände nach guiter alter Sitt‘ und wünschen uns zur Jause jecht guiten Appetit!“ Dazu müssen die Hände meiner Eltern in einer gewissen Position am Tisch liegen: Mit den Handflächen nach unten und ich lege meine darüber. Leider bewegen sich die Elterlichen dauernd und ich muss immer wieder nachjustieren. So dauert das mit dem Sprücherl eine Zeit. Zu lange für Mama, die dann schon öfter mal mit dem Essen beginnt, weil sie hungrig ist, sagt sie. Dazu meint sie noch, dass ich jetzt endlich auch zugreifen und nicht nur vom Essen reden soll.

Doch nach nur einem Bissen kriege ich so eine Lust auf singen! Am liebsten das Trommellied oder den Cowboy Jim. „Mach mit, Mama!“, fordere ich dann. Doch meine liebe Mutter weigert sich anzustimmen, so lange ihr Mund noch voll ist. Und der ist immer schrecklich lange voll. Sie sagt, das komme daher, dass sie meine Portion zum Schluss meist auch noch essen müsste, weil ich ja nicht und so. Ich würde eh essen. Später dann etwas aus der Lade – ein Schokoschirmchen zum Beispiel. Oder Gummibärli. Oder auch einen Schlecker. Das darf ich dann aber wieder nicht. Als ob es Essen und Essen gäbe. Komisch.

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